Die Akzeptanz und Commitment-Therapie (ACT) wurde von Steven Hayes (z.B. Hayes at al., 2006) entwickelt und versteht sich als ein Therapiemodell, das nicht die Symptome einzelner psychischer Störungen behandelt, sondern dem Patienten Fertigkeiten vermittelt um dezidiert mit der Symptomatik umzugehen und dabei die eigene Verhaltensflexibilität und werteorientiertes Handeln im Alltag zu fördern.
ACT stellt somit ein prototypisches Verfahren der sogenannten „dritten Welle“ der Verhaltenstherapie dar. Wirksamkeitsstudien zeigen eindrucksvoll, dass diese Fertigkeiten zu einer Reduktion psychischer Symptome führen, ohne dass diese immer explizit thematisiert werden müssen (Powers et al., 2009).
Aus diesem Grund kann ACT als störungsübergreifendes Konzept gut bei bereits psychisch erkrankten oder belasteten Personen zur Sekundärprävention eingesetzt werden. ACTversucht die zwei wesentlichen Dimensionen der Psychotherapie „Akzeptanz“ und „Veränderung“ auszubalancieren: So wurden zahlreiche sehr eingängige Übungen entwickelt, um die Toleranz auch für höhere Erlebnisintensität unangenehmer Emotionen zu fördern, die Achtsamkeit für das Erleben des Augenblicks zu verbessern, wohlwollende Distanz zu entwickeln gegenüber seinen eigenen Gedanken und Gefühlen, sowie sich seiner persönlichen Werte bewusst zu werden und diese auch im Alltag umzusetzen. Trotz aller Hindernisse.
Der 2-tägige Kurs vermittelt die wesentlichen Kernkomponenten und Übungen der ACT auf sehr praxisnahe Weise.
Die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) nach Hayes geht nicht davon aus, dass Menschen krank oder „gestört“ sind, sondern vielmehr davon, dass es Menschen innerhalb ihrer inneren individuellen Kontexte nicht möglich ist, ein erfülltes und werteorientiertes Leben zu führen.
Die Akzeptanz & Bereitschaft, innere Prozesse wie unangenehme Gedanken und Gefühle anzunehmen und sich diesen zu öffnen bei gleichzeitiger Definition persönlicher Lebenswerte stellen das Kernstück von ACT dar.
Die Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT) betont, dass Menschen, die in ihrem aktuellen Umfeld gefangen sind, unangenehme und abstoßende Gedanken und Gefühle immer wieder auf dieselbe Weise bekämpfen. Da man davon ausgeht, dass das Auftreten von Gedanken und Gefühlen nicht kontrolliert werden kann, geht es vielmehr darum, vernünftig mit ihnen umzugehen.
„If you always do what you always did, you will always get what you always got“ – das Zitat von Hayes umschreibt den sogenannten Autopiloten an Erlebnisvermeidungsstrategien, die immer dann einsetzen, wenn typische unangenehme innere Prozesse (Gedanken, Gefühle, Handlungsimpulse, Körperreaktionen oder Erinnerungen) auftreten, die nicht gespürt oder wahrgenommen werden wollen. Dies hat zur Folge, dass die psychische Flexibilität, an unterschiedliche Kontexte, in denen Verhalten (sowohl gedanklich als auch sichtbar) stattfindet, zu adaptieren deutlich eingeschränkt ist.
Als transdiagnostische Therapiemethode kann ACT zur Behandlung einer Vielzahl von Störungen eingesetzt werden. Unsere tägliche Arbeit mit ACT, insbesondere in Gruppentherapien, hat zudem gezeigt, dass Gruppen mit heterogenen Störungen deutlich von dem erlebnisorientierten Ansatz profitieren.
Hayes, selbst ein klassischer kognitiver Verhaltenstherapeut, entwickelte die Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT), eine Therapiemethode, die bekannte und empirisch erprobte Psychotherapietraditionen um Elemente humanistischer, existentialistischer, spiritueller und potenzialorientierter Strömungen erweiterte. Das Konzept der „Open Source“-Therapie trug zur Verfeinerung, Erweiterung und Verbreitung dieses Therapieansatzes bei. Da immer mehr Therapeuten Interesse an diesem Ansatz zeigen, arbeiten Hayes und seine Kollegen an der Weiterentwicklung von ACT. ACT-Therapeuten und -Patienten werden ermutigt, weitere Techniken anzuwenden, Metaphern zu entwickeln und Neues auszuprobieren. In den letzten Jahren wurden verschiedene ACT-Varianten für unterschiedliche Störungen und Settings entwickelt. Seit 1999 wurden zahlreiche Lehrbücher zu ACT-Methoden und -Grundlagen weiterentwickelt, und der Einsatz von ACT bei verschiedenen Patientengruppen mit unterschiedlichen Problemen wurde angepasst und modifiziert. Die Wirksamkeit von ACT wurde mittlerweile in 50 kontrollierten Studien weltweit untersucht und gilt als empirisch gut belegte Therapieform.
Die Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT) kombiniert Techniken und Interventionen der klassischen Verhaltenstherapie mit Elementen humanistischer, existentialistischer, spiritueller und potenzialorientierter Ansätze. Der funktionale Kontextualismus, eine wichtige Grundlage der Therapie, beschreibt, dass Verhalten (sowohl sichtbares als auch inneres) kontextabhängig ist, d. h. dasselbe Verhalten kann in unterschiedlichen Kontexten nützlich oder wenig hilfreich sein. Basierend auf dem funktionalen Kontextualismus entwickelte Hayes in den 1980er Jahren die Rational-Frame-Theorie (RFT), die sich primär mit dem Zusammenspiel von Sprache und Kognition befasst. Kurz gesagt: Die sprachlichen Fähigkeiten des Menschen ermöglichen es ihm, Schlussfolgerungen aus Reizen (Objekten, Personen, Dingen, Gedanken usw.) zu ziehen und daraus weitere Schlüsse zu ziehen. Menschen erlernen willkürliche Bewertungsmuster für sich selbst und ihre Erfahrungen, die kulturell akzeptiert sind („Unzulänglichkeit ist schlecht“, „Keinen Partner zu haben bedeutet, dass man inakzeptabel ist“), und verhalten sich in vielen Fällen so, als wären diese Bewertungen und Regeln absolute Wahrheiten. (Flaxmann, Blackledge & Bond 2014).
ACT makes it clear that people are unable to align their lives with personal values while simultaneously struggling with internal processes and thus trapped in suffering.
Im Vordergrund der Therapie steht das Hexaflex, ein theoretisches Modell mit sechs therapeutischen Ansatzpunkten, den sogenannten Kernprozessen. Zu Beginn der Therapie wird mithilfe eines Fallkonzeptes definiert, welche dieser Kernprozesse zunächst therapeutisch relevant erscheinen. Der Tanz um das Hexaflex – „the dance around the hexaflex“ beschreibt, wie einzelne Kernprozesse in der Therapie flexibel fokussiert und miteinander in Verbindung gebracht werden. Hierbei steht der erlebnisorientierte Ansatz von ACT im Zentrum der Behandlung. Mit den Kernprozessen
begibt sich ACT in den jeweiligen inneren Kontext eines Menschen, in dem ein erfüllendes Leben momentan nicht möglich scheint. Fokus hierbei liegt darauf, eine innere psychische Flexibilität zu fördern.
Es gibt eine Reihe von Metaanalysen zur allgemeinen Wirksamkeit der Akzeptanz- und Commitmenttherapie (Hayes 2006 & 2013; Powers et al. , 2009; Öst , 2008; Ruiz , 2012; Smout et al. 2012) sowie störungsspezifische Metaanalysen und Studien zu affektiven Störungen, Angststörungen oder Zwangsstörungen, chronischen Schmerzen (Forman et al. , 2012; Swain et al. 2013, A-Tjak , 2015).
Zusammenfassend sprechen die bisherigen Studienergebnisse dafür, dass ACT ein wirksames Therapieverfahren darstellt.
Basic literature
Practical books
Selected scientific publications
Die Homepage der Association for Contextual Behavioral Science, auf der verschiedene Materialien und wissenschaftliche Literatur zum Download bereitstehen, finden Sie unter: https://contextualscience.org
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