Die Emotionsfokussierte Therapie (EFT) nach Leslie S. Greenberg ist ein wissenschaftlich fundiertes Therapieverfahren, bei welchem das Bewusstsein, die Akzeptanz, das Verstehen und die Veränderung der Emotionen im Zentrum stehen. Im Workshop wird der Schwerpunkt daraufgelegt, wie ein Patient Zugang zu seinem emotionalen Erleben, vor allem zu schmerzhaften Emotionen wie Scham, Traurigkeit und Angst, gewinnt und wie er dysfunktionale Emotionen verändern kann, mit dem Ziel, seine emotionale Kompetenz zu verbessern. Dadurch wächst die Fähigkeit eines Patienten, seine Probleme anzugehen. Das Therapiemodell der EFT wird mit einigen ihrer wichtigen Interventionstechniken vorgestellt und in Kleingruppen geübt (Zwei-Stuhl-Technik, Leere Stuhl-Technik).

Die emotionsfokussierte Therapie (EFT) nach L. Greenberg ist ein wissenschaftlich fundierter Psychotherapieansatz, der Emotionen als Grundlage menschlicher Erfahrungen in den Mittelpunkt der therapeutischen Arbeit stellt. Die zugrunde liegende Annahme ist, dass Emotionen das Denken und Verhalten beeinflussen und dass es möglich ist, direkt mit Emotionen zu arbeiten, um sie zu verändern. In der therapeutischen Arbeit sind Emotionen gleichzeitig Wegweiser zu zentralen Bedürfnissen und Motor oder Quelle von Veränderung.
Aus Sicht der EFT-Therapeuten ist es zentral, Emotionen im therapeutischen Setting mehr Raum zu geben und die emotionale Verarbeitungsfähigkeit der Patienten zu verbessern. D.h. Patienten zu helfen, Emotionen bewusst wahrzunehmen, sie zu erlauben, zu akzeptieren, zu erforschen, verstehbar zu machen, sie anzunehmen und nutzbar zu machen.
Mit ihrem Fokus auf Emotionen spiegelt die Emotionsfokussierte Therapie (EFT) neueste Erkenntnisse der affektiven Neurowissenschaften und der Psychotherapie-forschung wider.
Die Wurzeln der Emotionsfokussierten Therapie (EFT) nach L. Greenberg liegen in der humanistisch-erlebensorientierten Tradition der Psychotherapie. Sie wurde durch jahrzehntelange Forschung weiterentwickelt und basiert heute auf aktuellen Erkenntnissen der psychologischen und neurowissenschaftlichen Emotionsforschung sowie der Psychotherapieprozess- und Ergebnisforschung.
Wir wissen heute, dass psychischen Problemen und Symptomen unabhängig vom Störungsbild eines Patienten in der Regel Schwierigkeiten in der emotionalen Verarbeitung zugrunde liegen. Befunde aus der Psychotherapieprozessforschung zeigen, dass über die wichtigsten Psychotherapieschulen hinweg die Tiefe des Erlebens des Patienten einen Therapieerfolg begünstigen, ebenso wie ein gemeinsamer Fokus von Therapeuten und Patienten auf emotionale Prozesse (Herrmann & Auszra, 2009).
Ziel der Emotionsfokussierten Therapie ist es, die emotionale Verarbeitungsfähigkeit von Patienten zu verbessern. „Emotionen mit Emotionen verändern“ gilt dabei als einer der zentralen Leitgedanken.
Basierend auf einer klinischen Emotionstheorie lassen sich in der Emotionsfokussierten Therapie Veränderungsmodelle ableiten, die empirisch validiert wurden. Sie gibt Therapeuten effektive Interventionen und Methoden an die Hand, um systematisch und wirkungsvoll mit Emotionen in der Psychotherapie zu arbeiten.
Die Emotionsfokussierte Therapie ist ein prozessorientiertes Verfahren. Therapeuten lernen von Moment zu Moment mit dem emotionalen Erleben ihrer Patienten zu arbeiten.
Als “Emotionscoaches” unterstützen sie Patienten dabei, Worte für ihr inneres Erleben zu finden, Gefühle besser zu verstehen, zu akzeptieren, zu regulieren und nicht hilfreiche Gefühle zu transformieren. Im Kontakt mit den eigenen Gefühlen kann der innere Schmerz gelindert und ein Zugang zu lebendigeren, stärkenden Emotionen wie Stolz und Mitgefühl gebahnt werden.
Die Emotionsfokussierte Therapie (EFT) integriert somit empathische Beziehungsgestaltung und prozessdirektive therapeutische Interventionen (z.B. Stuhl-Arbeit) zur Verbesserung der emotionalen Verarbeitung und Veränderung dysfunktionaler Emotionen.
Die Emotionsfokussierte Therapie basiert auf folgenden Annahmen:
Dabei werden in der Emotionsfokussierten Therapie verschiedene Typen emotionalen Erlebens unterscheiden, die ein jeweils unterschiedliches therapeutisches Vorgehen erfordern. Am wichtigsten ist die Unterscheidung zwischen primären und sekundären sowie zwischen adaptiven und maladaptiven Emotionen.
Emotionsfokussierte Therapeuten lernen, wie man dysfunktionale/maladaptive Gefühle in der Sitzung aktiviert und wie man Patienten hilft, ihre Gefühle besser zu verarbeiten. Vor allem aber helfen sie ihren Patienten dysfunktionale/ maladaptive, schmerzhafte Gefühle grundlegend und nachhaltig zu verändern, indem sie ihre emotionalen Ressourcen wecken, also gesündere und hilfreiche Gefühle zugänglich machen.
Sie machen sich dabei verschiedene Grundprinzipien emotionaler Verarbeitung zunutze (Wahrnehmung/Bewusstheit, Regulation, Reflexion, Transformation), die, durch die Unterscheidung der Emotionstypen und verschiedener Verarbeitungsschwierigkeiten ergänzt, ein systematisches Arbeiten mit Emotionen ermöglichen.
Empathie bildet dabei die Basis des therapeutischen Handelns im emotionsfokussierten Ansatz. Sie ist zugleich therapeutische Technik und grundlegender Modus der Beziehungsgestaltung.
Die Wirksamkeit der Emotionsfokussierten Therapie ist empirisch belegt (z.B. Goldman, Greenberg & Angus, 2006; Greenberg & Watson, 1998). Sie zählt zu den wissenschaftlich fundierten Therapieverfahren (siehe APA, Division 12; Lambert 2004; Grawe 1998).
In Vergleichsstudien mit klassischer personenzentrierter Therapie (Goldman et al., 2006; Greenberg und Watson, 1998) sowie kognitiver Verhaltenstherapie (Watson et al., 2003) war die Emotionsfokussierte Therapie den anderen beiden Therapieformen in der Behandlung zwischenmenschlicher Schwierigkeiten überlegen.
Zudem liegt eine Fülle an Befunden zu einzelnen Veränderungsprozessen vor. Beispielsweise konnten Goldman et al. (2005) und Pos et al. (2003) zeigen, dass die “Tiefe des Erlebens” als Operationalisierung der emotionalen Verarbeitungsfähigkeit eines Patienten den Therapieerfolg vorhersagt.
Greenberg und Kollegen (Greenberg et al., 2007) konnten belegen, dass die Qualität ausgedrückter emotionaler Erregung entscheidender für einen Behandlungserfolg ist als der Grad ausgedrückter emotionaler Erregung allein. Effektive emotionale Verarbeitung bedeutet also, sich den Sinn emotionalen Erlebens zu erschließen und zu neuen emotional basierten Bedeutungen zu gelangen.
Institute for Emotion-Focused Therapy (IEFT)
German Society for Emotion-Focused Therapy eV

